Beim Frühlingskonzert drehte sich alles um die Liebe

Beim Frühlingskonzert drehte
sich alles um die Liebe

Musikverein bot breites Spektrum
der Blasmusik auf hohem Niveau
20. März 2010

Der Frühling kehrte in die Graf von Lauffen-Halle in zweifacher Hinsicht ein, farbenfrohe Blumen zierten die Bühne und ein Strauß bekannter Melodien verzauberte das Publikum beim Frühlingskonzert des Musikvereins Trachtenkapelle Dilsberg.

Vorsitzender Reinhard Greulich, der zusammen mit Dirigent Walter Nußko informativ durch das Programm führte, begrüßte zahlreiche Vertreter aus Politik, Musik und Vereinen. Insbesondere Bürgermeister Horst Althoff, Ortsvorsteher Bernhard Hoffmann, Ortsvorsteher a.D. Stefan Wiltschko, Ehrenvorsitzenden Werner Roth sowie die Ehrenmitglieder. Zu einem stimmungsvollen Doppelkonzert hieß er den befreundeten Musikverein aus Endenburg herzlich willkommen.

Den ersten Programmteil bestritten die Musiker aus dem Schwarzwald, unter der Leitung von Heiner Kühndorf mit einem schwungvollen Auszug aus ihrem Konzert. Fast vierzig Jahre besteht die Freundschaft der beiden Vereine, die durch den Ehrenvorsitzenden Werner Roth und Karl Ebinger bei einem Urlaubsaufenthalt eingeleitet wurde.

Ihr bester Musiker ist der siebzehnjährige Stefan Kühndorf. Der national und international bekannte Solobassist, der auch als Arrangeur und Komponist tätig ist, entlockte mit großer Virtuosität der Tuba faszinierende Töne. Seine Vielseitigkeit demonstrierte er auch an den Schlag- und Rhythmusinstrumenten. Musik das ist seine Welt und damit fand er auf dem Dilsberg neue Fans.

Der Musikverein Dilsberg stellte den zweiten Teil des Abends unter das Motto „Ein Abend in Liebe“, wobei die Auswahl passender Musikstücke gar nicht so einfach war, man wollte ja nicht nur getragene Stücke spielen. Doch Walter Nußko löste das Problem, indem er den Begriff Liebe auf Herz, Natur und Landschaften bezog und das ausgewählte Programm speziell für seine Musiker arrangierte.

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Ein Potpourri bekannter Melodien von George Gershwin zeigte gleich zu Beginn, wie vielfältig Blasmusik sein kann. Dass die traditionelle Blasmusik keineswegs leicht ist, bewiesen die Trompetensolisten Andreas Link und Peter Jacobs mit einer souverän gespielten Polka.

Die leichte Muse kam bei „Italo Pop Classics“ groß heraus und das Duett „Ti amo“ von Anna Nußko und Karim Choukair ließ das Publikum dahin schmelzen. Mit „Azzurro“ zauberte der Sänger den langersehnten blauen Himmel auf den Berg. Große Begeisterung weckte der Musikverein mit seinem Paradestück der „New York Overtüre“, eine Reise durch die Stadtteile New Yorks. „Bei einem Konzert versucht man immer etwas Außergewöhnliches zu präsentieren, aber das war ein besonderer Kracher.“, verkündete Nußko nach diesem gelungenen „Gewaltakt“ erleichtert.

Das konnte nur noch Tochter Anna toppen, die ausdrucksvoll mit dem Withney Houston Song „I will allways love you“ aus dem Film „Bodyguard“ für Gänsehautfeeling sorgte. Beim tschechischen Liebeslied „Valentina“ begeisterten die Trompetensolisten Ralph Ziegler und Volker Ohlhauser.

Mit einem rhythmischen Arrangement aus dem Musical „Tarzan“ weckten Musiker und Sänger den Dschungel und die Leidenschaft. Vorsitzender Greulich dankte allen Beteiligten und Sponsoren für ihren Einsatz sowie Hilfe und überreichte, stellvertretend für alle, Anna Nußko einen Blumenstrauß. Den letzten Titel widmete er dem Mann, der die meisten Mühen mit den Musikern hatte, Walter Nußko und so formulierte er treffend „Thank you for your music!“ und der Applaus des Publikums gab ihm Recht.

„Ich habe ein gelungenes abwechslungsreiches Konzert mit traditioneller böhmischer Blasmusik, Swingtiteln, Schlagern und Evergreens gesehen.“, äußerte sich Dennis Nussbeutel, Kreisverbandsdirigent vom Blasmusikverband Rhein-Neckar, überzeugt. Enorm fand er die vielen Jugendlichen auf der Bühne, was an der Kunst von Walter Nußko liege. „Er ist der Mann für Dilsberg, aber das wissen die Dilsberger!“

Ein herzlicher Dank ging an Erwin Lanzer und das Küchenteam vom Sportschützenverein, die sich wieder zuverlässig und routiniert um die kulinarischen Bedürfnisse der Besucher kümmerten.

Alleinunterhalter Lothar Förderer übernahm nach einem überzeugenden Konzert den stimmungsvollen Abschluss. Um Mitternacht überraschten die Trompeter des Musikvereins ihren Kollegen Uwe Stoye mit einem Geburtstagsständchen. Mit einem Gläschen Sekt gratulierten sie ihm zum 50. und überreichten einen Gutschein, für ein straffreies Fehlen in einer Probe oder bei einem Auftritt.

Stefan Kühndorf – eine musikalische Erfolgsstory
Die Gäste aus Endenburg haben in ihren Reihen mit Stefan Kühndorf einen hervorragenden Musiker, der im Sommer erst achtzehn Jahre alt wird. Bereits heute dokumentiert sein musikalischer Lebenslauf eine außergewöhnlich erfolgreiche musikalische Karriere. Zusammen mit seinen Endenburger Musikkollegen bot er beim Frühlingskonzert einen beeindruckenden Beweis seines großen musikalischen Könnens und überzeugte das Publikum.
Der junge, national und international bekannte Solobassist spielt auf der Tuba ebenso gekonnt, wie auf dem Klavier oder mit Schlag- und Rhythmusinstrumenten. Daneben ist er als Komponist und Arrangeur tätig. In einer musikalischen Familie aufgewachsen, sein Großvater und Vater spielen ebenfalls Tuba, erlernte er mit acht Jahren das Kornett, die kleine Trompete und zwei Jahre später folgte die Ausbildung auf der Tuba. Inzwischen studiert er in Basel Musik, im zweiten Semester mit dem Hauptfach Tuba. Er spielt auf einer Spezialanfertigung, die auf der rechten Seite vier Ventile und auf der linken Seite weitere drei Ventile besitzt, welche der besseren Intonation dienen.
Der mehrfache „Jugend Musiziert“-Preisträger auf Landes- und Bundesebene gewann 2005 den German Brass Wettbewerb in der Masterclass bei Stefan Tischler. Beim Nordwestschweizer Solistenwettbewerb belegte der Träger des Leistungsabzeichens in Bronze und Silber des Blasmusikbands mehrmals 1. Ränge und wurde 2007 Solo-Champion. An den Wochenenden absolviert er mit verschiedenen Kapellen Auftritte. Als Mitglied des Sinfonischen Jugendblasorchesters Baden-Württemberg, das qualifizierten Bläserinnen und Bläsern die Möglichkeit bietet anspruchsvolle Originalliteratur für Sinfonisches Blasorchester auf hohem Niveau zu erarbeiten, führten ihn Konzertreisen nach Korea, Schottland, Portugal und Ukraine. Musik, das ist seine Welt und damit gewann er auch auf dem Dilsberg neue Fans.

 

Text: boe
Bilder: bz

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