Musikverein Dilsberg kombiniert Kirchenkonzert mit guter Tat

 

 
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Musikverein Dilsberg kombiniert Kirchenkonzert mit guter Tat
Melodien die zum Nachdenken anregten begeisterten in der Katholischen Kirche
13. November 2016

 

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Ein Kirchenkonzert am Volkstrauertag, ist das angebracht? Diese Frage stellte sich der Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg und kam zu dem Entschluss, es ist genau der richtige Tag, wenn das Programm die Botschaften des Tages entsprechend einbringt. Und das tat es. Vorsitzender Reinhard Greulich hieß die Besucher herzlich willkommen und führte in gewohnt souveräner Manier durch das abwechslungsreiche Programm. Stellvertretend für alle begrüßte er insbesondere Bürgermeister Frank Volk und den stellvertretenden Ortsvorsteher Karlheinz Streib.

 

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Das Publikum erwartete eine gelungene Mischung an Melodien, die unter der Leitung von Dirigent Walter Nußko gleichermaßen zum Nachdenken wie Loslassen anregten. Werke wie „The Young Amadeus“, das der Komponist seinem verstorbenen Freund widmete, sollte dazu beitragen Brücken zu den Verstorbenen zu bauen. Die deutsche Übersetzung von „You raise me up“ erläuterte den Kern der Botschaft: Wir sind nicht allein, wenn wir es nicht wollen. Mit diesem melancholischem Stück bewies die Trachtenkapelle einmal mehr, dass sie auch die leisen Töne beherrscht.

 

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Einen musikalischer Hinweis, dass wir trotz allem Leid, Problemen und Kriegen, zwar in einer nicht sorglosen aber doch wundervollen Welt leben, setzten die Musiker mit „What a Wunderful World“, von Solistin Anna Brieswitz gesungen. Bei einer weniger bekannten Version des „Ave Maria“ von Franz Biebl konnten die Zuhörer ihre Seele fallen lassen.

 

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Der französische Titel „Air“ bedeutet übersetzt einfache Melodie. Diese griff der Musikverein auf und Reinhard Greulich sprach dazu mit sonorer Stimme „Das Kartenspiel“ und erklärte beeindruckend wie die Symbole der Karten mit biblischen Ereignissen zusammenhängen.

 

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Ein oft gehörtes Lied, gerade in der bevorstehenden Adventszeit, ist „Aschenbrödels Tanz“ das die Musiker ebenso gekonnt intonierten wie „Panis Angelicius“ zu Deutsch „Engelsbrot“. Ein Beitrag der nicht nur zum Standardrepertoire großer Tenöre gehört, sondern auch von Sopranistinnen und der Musikverein hat eine ganz große in seinen Reihen, Anna Brieswitz. Sie begeisterte wieder einmal mit ihrem Stimmvolumen und Können und bezauberte das Publikum. Auch beim Lobpreisruf „Halleluja“, der unzählige Male vertont wurde und sich in der Fassung von Leonard Cohen zum Welterfolg formte. Das Programm stand bereits fest, als der Sänger am vergangenen Montag starb, nicht zuletzt deshalb passte dieses emotionsreiche Lied besonders in den Rahmen des Volkstrauertags. Mit dem „Gefangenenchor“ aus der Oper „Nabucco“ sollte musikalisch die Freiheits- und Friedensliebe der Völker, auch im Hinblick auf Flüchtlinge und deren Aufnahme unterstrichen werden.

 

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Dem Musikverein gelingt es immer wieder im positiven Sinne zu überraschen, dieses Konzert zählte zweifellos dazu. Das brachte ein begeistertes Publikum zum Ausdruck, indem es sich anerkennend von den Plätzen erhob und kräftig applaudierte. Proben gehören zum Musikerleben, aber von diesem Proben schwärmten die Musiker bereits im Vorfeld und zu Recht. Die Spielfreude war ihnen anzumerken und schenkte ein Konzertvergnügen der besonderen Art.

 

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Der Eintritt war frei, es wurde jedoch um eine Spende gebeten und auch hier bewies der Musikverein Herz. Die eine Hälfte war für die eigene Jugendarbeit bestimmt und die andere für die Aktion „Sarah, ein Dilsberger Mädchen braucht Ihre Hilfe“. Das achtjährige Mädchen mit Rhett-Syndrom benötigt dringend einen Aufzug um weiterhin in der vertrauten Umgebung ihrer Familie aufwachsen zu können. Vorsitzender Greulich informierte über den bisher guten Erfolg der Spendenaktion der Volksbank Neckartal sowie den Internetbericht auf dilsberg.de und stellte fest: „Dies ist jedoch nur ein Teil der Kosten, die für den Unterhalt eines schwer behinderten Kindes notwendig sind, deshalb geht auch die Hälfte der Spenden beim anschließenden Umtrunk an diese Stelle.“

 

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Das Kirchenkonzert des Musikvereins bewegte in jeder Beziehung, musikalisch und menschlich. Die Freude der Familie von Sarah teilte ihr Vater nach dem Konzert mit: „Die Welle der Hilfsbereitschaft hat uns überwältigt, herzlichen Dank!“

 

Beim Konzert sind 1200 € gespendet worden, davon gehen 600 € direkt an „Sarah
Herzlichen Dank an alle Spender!

Text: boe
Bilder: bz
 
 

 

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