„The Best of … – 10 Jahre Walter Nußko“

„The Best of … – 10 Jahre Walter Nußko“

Musikverein begeisterte mit niveauvollem Frühlingskonzert
12. April 2008

Dilsberg feiert 2008 das Jahr der Jubiläen. Ganz groß 800 Jahre Burg Dilsberg, ein kleines nämlich 85 Jahre Musikverein Trachtenkapelle Dilsberg und noch ein wenig kleiner 10 Jahre Walter Nußko als Dirigent der Kapelle. So begrüßte 1. Vorsitzender Reinhard Greulich die Besucher des Frühlingskonzerts in der voll besetzten Graf-von-Lauffen-Halle. Ein besonderes Willkommen galt dem Ehrenvorsitzenden Werner Roth, den Ehrenmitgliedern, Ortsvorsteher Stefan Wiltschko, zahlreichen Stadt- und Ortschaftsräten sowie den Musikerfreunden aus Endenburg. Musikalische Highlights aus den letzten 10 Frühlingskonzerten standen auf dem abwechslungsreichen und niveauvollen Programm, welches alle Register forderte.

In diesem Jahr handelte es sich um ein Solistenkonzert, bei welchen alle Instrumentengruppen ihren großen Einsatz hatten. Mit der anspruchvollen Bravour-Polka „Die Teufelszunge“ stand gleich zu Beginn ein schweres Solistenstück auf dem Programm, bei dem die Trompeter Andreas Link, Volker Ohlhauser und Ralph Ziegler ihr Können unter Beweis stellten.

Gleichgültig ob Posaune (Christian Finzer) oder Klarinette (Simone Greulich, Dorothea Jacobs, Nora Endrich, Caroline Lichtenberger) die Musikerinnen und Musiker meisterten ihre Solis mit Bravour. Die Kapelle trat in neuer Konstellation auf, denn mit insgesamt vier neuen Musikerinnen, darunter zwei Jugendliche, präsentierte sie sich erstmalig bei einem Konzert in vergrößerter Besetzung und überzeugte mit einer fantastischen musikalischen Gesamtleistung.

Mit dem notwendigen Insiderwissen führten der erste Vorsitzende gemeinsam mit dem Dirigenten durch den Abend und verrieten dabei, sehr zum Schmunzeln der Zuhörer, internes aus dem Musikeralltag. So war unter anderem zu erfahren wie Walter Nußko zu den Dilsberger Musikern kam, dass er fast jedes Instrument spielt aber keines beherrscht und deshalb dirigiert. „Vor dem Konzert ist Walter nervös, wir sind die Ruhe auf der Bühne, die leidtragenden sind seine Familie.“, berichtete Vorstand Greulich. Den Beitrag „Astronautenmarsch“ verglich er mit seinem Dirigenten, der bei falschen Tönen in die Luft geht, eine Rakete an Ideen ist, herumdüst und viel raucht, während Nußko das Stück in drei kurzen Sätzen beschrieb: „Furchtbar schwer! Furchtbar hoch! Furchtbar schön!“

Im Mittelpunkt des Abends stand neben der Kapelle eindeutig Walter Nußko, der in den letzten 10 Jahren den Musikverein zu einem hohen Leistungsniveau führte. Die „Chemie“ zwischen Dirigent und Kapelle stimmt, das kann man spüren beziehungsweise hören. Bereits 40 Jahre prägt die Musik sein Leben und außer Posaune sowie Querflöte spielt er jedes Instrument. Bevor er eines Tages mit der aktiven Musik aufhört, will er sich noch einen großen Traum erfüllen: eine „One-Man-Show“ – einen musikalischen Auftritt bei dem er alle Instrumente selbst spielt.

Eine akustische Bereicherung der Kapelle sind die beiden Gesangsinterpreten Anna Nußko und Karim Choukair, die mit ihren Klassikstimmen das Publikum begeisterten. Mit Auszügen aus den Musicals „König der Löwen“ und „Les Miserables“ boten die Sänger eine starke und überzeugende Leistung.

Eine Gänsehaut erzeugte der triumphierende Gesang nach der geglückten Revolution „Das Lied des Volkes“, welcher euphorisch durch die Laufenhalle drang und das Publikum restlos begeisterte. Ohne eine Zugabe konnten die Interpreten die Bühne nicht verlassen und in diese stimmte Walter Nußko freudig mit ein.

Einen spontanen Gastauftritt der Extraklasse absolvierte der 15-jährige Stefan Kühndorf aus Endenburg. 2005 in Korea, 2007 in Portugal und 2008 auf dem Dilsberg – er überzeugte beim „Klarinettenmuckel“ mit seinem profihaften Spiel auf der Tuba.

Beim Titel „Zwei Supermänner“, einem Solo für Tenorhorn und Baryton, brachte den Musikverein in Bredoullie, denn er hat gleich vier Supermänner. Walter Nußko löste kurzerhand das Problem, indem er die Solisten Herbert Freischlag, Hans-Walter Ziegler, Christian Finzer und Marius Maurer wechselweise spielen ließ. Bemerkenswert war der Solisteneinsatz von Marius, der so toll geprobt hatte, dass ihn Dirigent Nußko auch im Konzert spielen ließ.

Vorstand Greulich dankte der Kapelle für die gezeigte Leistung und der zweite Vorsitzende Werner Erles überreichte Jubilar Walter Nußko zur Erinnerung an sein Jubiläum ein Gemälde, welches vom Ehrenvorsitzenden Werner Roth gemalt wurde. Stellvertretend für die Kapelle erhielten die beiden Querflötistinnen Anna Nußko und Gast Melanie Kreß einen Frühlingsstrauß, da sie wegen eines technischen Problems nicht im Programmheft genannt wurden. Mit der stimmungsvollen Unterhaltungsmusik von Alleinunterhalter Lothar Förderer klang ein wunderschöner Konzertabend gemütlich aus.

Ein herzlicher Dank galt allen Helfern für ihre vielfältige Unterstützung, ganz besonders Arne Briesenitz der am Mischpult für optimale Licht- und Tonverhältnisse sorgte und Erwin Lanzer mit seinem Team vom Sportschützenverein, die auch in diesem Jahr die Bewirtung in der Graf-von-Lauffen-Halle in bewährter Weise übernommen hatten.

Der Musikverein setzte mit seinem Frühlingskonzert erneut ein musikalisches Glanzlicht und erntete lang anhaltenden anerkennenden Applaus.
Text: Beate Oemler
Bilder: B. Zantopp

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