Kirchenkonzert der Trachtenkapelle Dilsberg

Kirchenkonzert der Trachtenkapelle Dilsberg
16. November 2003

 

Der MV-Trachtenkapelle 1923 e.V. Dilsberg lud wieder einmal im Voradvent zu einem Benefizkonzert ein- und wieder kamen viele, um in der schönen spätbarocken kath. Kirche in Dilsberg ein Bläserkonzert zu hören, für welches die Einstufung „schön“ etwas abgenutzt und unzulänglich zugleich bleiben muss.
   

Bekannte und weniger bekannte Stücke kamen zur Aufführung- und allesamt mit einer Könnerschaft, welche die ausschwingenden feinen Nuancen ebenso zum Ausdruck brachte wie die tonale Klangfülle, wenn sie denn vom Stück gefordert wurde.
  

Melancholisch stimmende, aber auch heilende Musik kannte schon die Zeit um 1580; die Dilsberger Trachtenkapelle bewies es bei der Darbringung des irischen Volkslieds „Greensleeves“. Mozart mischte im Konzert auch mit; durch diesen Komponisten war der Priestermarsch und die Arie des Sarastro schon aus sich heraus interpretiert.
  

Sich von der Gefahr musikalischer Routine nicht anstecken zu lassen, sondern die musikalische Mitte des Stücks, seine Zeit der Entstehung, die Intention seines Komponisten zum Sprechen, zum Hören, zum Nachempfinden im Erklingen zu bringen, …
  

… das gelang dem Dilsberger Orchester, von Dirigent Walter Nußko geleitet, überaus eindrucksvoll, will man die wieder und wieder erhobenen Zugabeforderungen am Schluss zum Gradmesser dieser Qualitätseinschätzung machen.

 

Aber zurück zum Anfang: Da begrüßte 1. Vors. Reinhard Greulich das Auditorium, dessen freiwillige Spenden Ersatz für den Eintritt waren und zu gleichen Teilen der musikalischen Nachwuchsarbeit und dem „Freundeskreis Leukämiekranker e.V.“ zu fließen. Bekanntlich sind hier gerade die Typisierungsaktionen zum Auffinden passender Blutstammzellenspender finanziell sehr aufwändig- und da trug dieses Dilsberger Mosaik der Unterstützung eben doch wieder etwas zur teuren Gesamtaktion bei.

 

Musikhistorisch interessant ein Stück aus dem Notenbuch der Anna Magdalena Bach, welche Notenpassagen ihres berühmten Vaters zu eigenständigen Opera umfunktioniert hatte. „Die Rose“ ist nicht nur gärtnerisch, sondern auch musikalisch eine Besonderheit; sicher bewegte sich dabei in der Kombination zwischen umrahmender Blasmusik und Sologesang die Sängerin Anna Nußko.

 

Die Kapelle maß sich an diesem Anspruch ohne Fehl und Tadel; wie auch bei den von religiöser Inspiration getragenen Weisen des „Jesus bleibet meine Freude“ von Bach und beim „Panis Angelicus“, wo wiederum Solistin Anna Nußko die Akustik des Kirchenraumes ganz einfühlsam nutzte.

 

The Glory of Love und „Abendzeit“ waren das passende Finale für dieses gelungene Konzert, mit dem die Trachtenkapelle gleichzeitig ihr mit viel Aktivitäten an- und ausgefülltes achtzigstes Jubiläumsjahr beschloss. Aber mit dem Heilig Abend- und dem Nachtwächterblasen geht es gleich weiter, wie 1. Vors. R. Greulich ankündigte und das Forum dazu nutzte, allen musikalischen Akteuren, dem mitgehenden Publikum und der kath. Kirchengemeinde zu danken

 

 
Text: Stefan Wiltschko
Bilder: Burkhard Zantopp

 

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